Zwei Kameraden beim ersten CSA-Lehrgang in Lohr

Von |2017-06-04T18:45:44+00:0012.10.2012 | 18:43|

Die Freiwilligen Feuerwehren Gemünden, Karlstadt, Marktheidenfeld, Lohr sowie die Werkfeuerwehren Bosch Rexroth und Gerresheimer Glas in Lohr verfügen über besondere Schutzanzüge. Werden bei Transportunfällen oder anderen Schadensereignissen giftige oder sonst gefährliche Stoffe frei müssen die Einsatzkräfte mit Schutzanzügen ausgerüstet werden, die es gegen diese Stoffe resistent sind. Das Atemschutzgerät wird im Anzug getragen, die Einsatzkraft ist von der Umgebung luftdicht isoliert. Zur Verständigung untereinander und mit dem Führungsdienst wird auch ein Funkgerät im Anzug getragen. Die mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) ausgerüsteten Kräfte arbeiten im abgesperrten Bereich und haben als Aufgabe Abdichten, Auffangen oder Umfüllen des gefährlichen Stoffes.

Bisher haben die Feuerwehren ihre Gefahrguteinsatzkräfte in eigener Regie ausgebildet. Bei einem Gefahrgutunfall werden jedoch mehrere Feuerwehren eng zusammen arbeiten müssen, da ein Zug allein, die umfangreichen Aufgaben nicht bewältigen kann.

Erstmalig wurden nun vom Atemschutzausbildungsteam des Landkreises je zwei Feuerwehrleute überörtlich an einem Samstag, den 13.10.2012 in der Feuerwache Lohr ausgebildet. Träger des Lehrganges ist der Kreisfeuerwehrverband. Teilnahmevoraussetzung ist ein abgeschlossener Lehrgang „Träger von Atemschutzgeräten“. Der 9-stündige Grundlehrgang „Träger von Chemikalienschutzanzügen“ baut darauf auf und soll künftig jährlich mindestens einmal als Modul angeboten werden.

Im Lehrgang wurden Aufbau, Funktion und Eigenschaften der bis zu 5.000 Euro teuren Anzüge vorgestellt. Insbesondere das Anlegen des Anzuges ist sehr zeitintensiv und muss trainiert werden. Stiefel und Handschuhe sind gasdicht am Anzug angebracht. Im Kopfteil verfügt der Anzug über eine große Sichtscheibe. Die Atemluft aus dem Pressluftatmer, der im Rucksackteil des Anzuges getragen wird, entweicht beim Ausatmen über die Atemschutzmaske in den Anzug und danach über Ausatemventile in die Umgebung. Das Klima im Anzug wird dabei zunehmend belastender, der Luftverbrauch entsprechend hoch. Die Einsatzzeit eines CSA Trupps ist daher stark eingeschränkt, sie beträgt in vielen Fällen weniger als 20 Minuten.

Bei der praktischen Ausbildung wurden nach Gewöhnungsübungen handwerkliche Arbeiten trainiert. Unter anderem waren Flüssigkeiten mittels luftbetriebener Membranpumpe umgefüllt werden, Flanschverbindungen am Übungstank repariert und Personen aus Gefahrenbereichen gerettet werden.

Bei der Abschlussbesprechung kam durchwegs ein positives Feedback von den neun Teilnehmern als auch von den sechs Ausbildern. Sowohl Ausbildungsinhalte als auch Zeitrahmen haben gepasst, werden aber zum nächsten Lehrgang nochmal optimiert.

Kreisbrandmeister und Kommandant der Feuerwehr Lohr Joachim Mantel freute sich über den Erfolg des Pilotlehrganges und überbrachte die Grüße des verhinderten Kreisbrandrates und übergab die Teilnahmebestätigungen. Auch Kreisbrandmeister Stephan Brust aus Karlstadt kam zum Abschlussgespräch. Als nächster Schritt wird Modul II geplant, welches sich mit der künftigen Einsatztaktik und Strategie im Landkreis beschäftigen wird. Die Erarbeitung erfolgt im Team mit der Kreisbrandinspektion, den Stützpunktkommandanten, dem AC-Zug Main-Spessart und dem Atemschutzausbildungsteam.

Als Ausbilder der Feuerwehr Lohr wirkten mit: Steffen Heilmann, Sebastian Mademann, Thomas Naffin, Aljoscha Holitzka und Jürgen Väthjunker. Die Verpflegung wurde von Feuerwehrverein Lohr organisiert.

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