Kommandant fordert mehr Vertrauen in junges Personal

Von |2017-06-04T18:55:26+00:0028.01.2014 | 14:12|

„Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr!“ – Unter diesem Motto war die Marktheidenfelder Feuerwehr im vergangenen Jahr 190-mal im Einsatz. „Unsere ,Auftragsbücher‘ waren voll“, bilanzierte Kommandant Michael Rohm beim 147. Jahrestag am Sonntag. Sein Dank galt in erster Linie den vielen eifrigen Kameradinnen und Kameraden. „Keiner dieser Einsätze ist zeitlich planbar, geschweige denn ablehn- oder aufschiebbar“, unterstrich Rohm die herausragenden Leistungen seiner Leute.

 
Die Statistik für 2013 belegt, dass die Feuerwehr mehr denn je gebraucht wurde: In 2328 Stunden waren insgesamt 1815 freiwillige Helfer im Einsatz. Die Hälfte aller 190 Einsätze, nämlich 95, waren technische Hilfeleistungen. 53-mal war ein Brand die Ursache für den Alarm (28 Prozent). Die übrigen Einsätze verteilen sich auf 19 Sicherheitswachen (zehn Prozent), neun Fehlalarme (fünf Prozent) und 14 sonstige Tätigkeiten (sieben Prozent).
 
Die Einsatzorte beschränkten sich 116-mal auf das Stadtgebiet Marktheidenfeld (61 Prozent). Von den übrigen 74 Einsätzen fanden 23 auf der Bundesautobahn statt (12 Prozent), drei auf dem Main (zwei Prozent) und 48 an sonstigen Orten im Landkreis (25 Prozent). Überörtliche Einsätze gab es im vergangenen Jahr keine.
Um all diesen Aufgaben gerecht zu werden, bedürfe es laut Rohm einer konstruktiven und teamfähigen Struktur. „Die Altersstruktur der Feuerwehrdienstleistenden wird sich in den kommenden Jahren weiter verjüngen“, prognostizierte der Kommandant. Immer mehr junge Frauen und Männer würden in die Führungspositionen nachrücken. Aus diesem Grund forderte Rohm: „Wir müssen maßgeblich mehr Vertrauen in das junge Personal setzen.“
 
Den zahlreichen Mitglieder gab Rohm zu bedenken: „Wann ist ein erfolgreich ausgebildeter Gruppenführer einer Wehr auch wirklich der Gruppenführer bei einem Einsatz? Und wann ist der örtliche Kommandant tatsächlich der Einsatzleiter?“ Das sei in den wenigsten Fällen der Fall. Doch gerade bei solchen „Learning-by-doing-Einsätzen“ sei es wichtig, dass das Führungspersonal vor Ort selbstständig arbeite und Entscheidungen treffe. Hierdurch stiegen Motivation und Zusammenhalt. Nur durch eine solch zukunftsgerichtete Handlungsweise könne der Fortbestand einer gut funktionierenden Wehr gesichert werden.
 
Erfolgreiche Grillaktion
 
Vorsitzender Christian Naun berichtete von den Vereinsaktivitäten. Veranstaltungen im vergangenen Jahr waren die Vereinswanderung nach Homburg, die Maibaumaufstellung auf dem Marktplatz sowie die „erfolgreiche Grillaktion“ während der Laurenzi-Messe. Weitere Höhepunkte waren der Tag der offenen Tür, an dem man von den Gästen beinahe überrannt worden sei, sowie der mehrtägige Vereinsausflug im Mai an den Ammersee.
 
Für Jugendwart Peter Oetzel war 2013 „ein arbeitsreiches und zugleich erfolgreiches Jahr.“ Die Jugendfeuerwehr besteht momentan aus zwei Mädchen und elf Jungs im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren. „Einige von ihnen haben wieder zahlreiche Leistungsabzeichen absolviert“, sagte Oetzel stolz. Kritik übte der Jugendwart am Truppmannlehrgang: „Wir müssen die Inhalte und Durchführung noch einmal überdenken.“ Viele Jugendliche würden im Alter von 16 Jahren – das ist der Zeitpunkt, an dem der Lehrgang normalerweise durchgeführt wird – schon im Berufsleben stecken. Das wirke sich laut Oetzel negativ auf die Teilnehmerzahlen aus.
 
Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder dankte den Feuerwehrleuten für ihr Engagement. Auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Marktheidenfelder Feuerwehren sei vorbildhaft. Ihren Worten, die Stadt werde sich weiterhin um ordentliche Bedingungen kümmern, ließ Schmidt-Neder Taten folgen: Sie verkündete, dass der Baubeginn des Altfelder Feuerwehrhauses auf das laufende Jahr vorgezogen werde. Hinsichtlich einer Beschleunigung des Planungsauftrages für die Zentrale in Marktheidenfeld versprach die Bürgermeisterin, die Stadt werde handeln, sobald die Möglichkeit dazu bestehe.
 
Zum Oberfeuerwehrmann ernannt wurden Johannes Brod, Daniel Slusarek, Sebastian Kreisel, Timo Hennig und Robert Kirsch. Neuer Hauptfeuerwehrmann ist Sebastian Liebler. Über den Titel Oberlöschmeister darf sich Christian Naun freuen. Michael Schmelz wurde zum Hauptlöschmeister ernannt. Brandmeister ist Bernhard Nees, neuer Oberbrandmeister Christian Menig.
 
 
Mitgliederehrungen:
30 Jahre im Verein: Reinhold Pfenning. 40 Jahre: Georg Väth und Elmar Väth. 50 Jahre: Karl Volk.
 
Aktiver Feuerwehrdienst:
Zehn Jahre: Sebastian Barthel, Peter Oetzel;
20 Jahre: Frank Schumann;
25 Jahre: Markus Bausewein, Michael Rohm;
30 Jahre: Uwe Heim
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