Heißausbildung der Feuerwehren Marktheidenfeld

Von | 2018-05-27T17:12:59+00:00 27.05.2018 | 14:26|

Es ist wohl der Albtraum aller Haus- und Wohnungseigentümer aber auch eines jeden Mieters: ein Feuer in der eigenen Wohnung. Immer häufiger helfen zwar Rauchwarnmelder, Feuer schon in der Entstehungsphase zu entdecken und so ausgedehnte Wohnnungs- und Gebäudebrände zu vermeiden. Sie sind seit dem 1. Januar 2018 in Bayern auch für Bestandsbauten flächendeckend vorgeschriebenen.

Doch während für die Feuerwehren die Einsätze mit tatsächlichen Wohnungs- und Gebäudebränden so stetig abnehmen, wird eine realitätsnahe Ausbildung der Einsatzkräfte immer wichtiger, um im Ernstfall routiniert helfen zu können. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang unter anderem die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger einer jeden Feuerwehr, also der Einsatzkräfte die im Fall der Fälle unter Atemschutz in die brennenden Zimmer, Wohnungen oder gar Gebäude vorgehen, um vermisste Personen zu retten und Feuer zu löschen.

Die Feuerwehren im Stadtbereich Marktheidenfeld arbeiten dafür seit geraumer Zeit eng zusammen und bieten, neben den Lehrgängen auf Kreisebene, regelmäßige Aus- und Fortbildungen für ihre Einsatzkräfte im Bereich Atemschutz an. Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius, dichter Rauch und damit „Nullsicht“ im Gebäude können dabei die größten Herausforderungen der Innenretter sein.

Genau diese Bedingungen können Feuerwehren in sogenannten Brandsimulationsanlagen – oder auch einfach Brandcontainern und Brandhäusern – unter kontrollierten Bedingungen so realistätsnah wie möglich trainieren. Insgesamt 16 freiwillige Einsatzkräfte der Feuerwehren Altfeld, Marienbrunn und Marktheidenfeld absolvierten am vergangenen Wochenende eine solche „Heißausbildung“ in der Brandsimulationsanlage in Goldbach bei Aschaffenburg.

Bereits am Freitagabend fand ein ausführlicher Theorieblock zu den Grundlagen der Brandlehre sowie zum Vorgehen im Innenangriff statt. Beim praktischen Teil am Samstag hatte alle Teilnehmer die Gelegenheit, die Brandbekämpfung unter annähernd realen Bedingungen zu üben. Der Fokus der Ausbildung lag dabei auf verschiedenen Inhalten: Neben dem Thema Strahlrohrführung und dem wassersparenden Einsatz moderner Strahlrohre der Feuerwehr stand die Suche und Rettung von Personen auf der Ausbildungsagenda. Fokus ist und bleibt jedoch der Eigenschutz der Einsatzkräfte und damit auch die Einsatzgrundsätze beim Vorgehen unter Atemschutz.

Die Kosten für die regelmäßige Ausbildung in der Brandsimulationsanlage werden dabei von der Stadt Marktheidenfeld getragen, deren Aufgabe insbesondere der abwehrende Brandschutz sowie der technische Hilfsdienst ist. Sie stellt als Träger der Feuerwehren Marktheidenfeld damit einen hohen Ausbildungsstand ihrer ehrenamtlichen Einsatzkräfte sicher und trägt so maßgeblich zum Schutz ihrer Bürger bei.