Große Zustimmung für Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses im Stadtrat

Von |2017-05-28T13:04:47+00:009.02.2017 | 12:39|

Es war ein bedeutender Schritt für die Feuerwehr Marktheidenfeld, den der Stadtrat in seiner Sitzung vom 9. Februar genommen hat. Nach Jahren der Diskussion und Planung stellten die beauftragten Planer unter der Leitung des Architekturbüros „kplan AG“ das Konzept des neuen Marktheidenfelder Feuerwehrgerätehauses vor und erhielten vom obersten politischen Gremium der Stadt die Freigabe zur Weiterführung des Bauprojektes.

Das Interesse an dem größten Einzelprojekt der „Agenda 2020 für die Feuerwehren Marktheidenfeld“ war groß und so genügten die üblichen Zuschauerplätze im großen Sitzungssaal des Rathauses nicht, um alle Zuschauer – vor allem aus den Reihen aller Marktheidenfelder Feuerwehren – Platz zu bieten.

Zukunftssicher Zweckbau für die Feuerwehr Marktheidenfeld

Es ist ein echtes Großprojekt für die Stadt Marktheidenfeld: knapp 10,7 Millionen Euro veranschlagt die kplan AG auf Basis einer robusten Kostenschätzung für das Gesamtprojekt. Nach Abzug der Fördersumme von rund einer Million Euro sollen die Kosten für die Stadt Marktheidenfeld letzten Endes 9.657.800 Euro betragen. Die Chefplaner Andreas Wels und Christoph Schlemmer stellten klar, dass dies keine grobe Schätzung sei, sondern diese Summe auf einer verlässlichen Datenbasis und der enormen Erfahrung der kplan AG entstanden sei, welche die Spezialisten im Laufe der Planung von über 300 Feuerwehrgerätehäusern gesammelt habe.

Bürgermeisterin Helga Schmidt-Needer sowie die Stadträte zeigten sich beeindruckt von der detaillierten Ausarbeitung der Planer. Man war sich einig, dass trotz der beeindruckenden Planungssumme kein Luxusbau mit goldenen Wasserhähnen geplant worden sei, sondern ein zukunftssicherer Zweckbau, welcher den Aufgaben und der Verantwortung der kommunalen Pflichtaufgabe „Feuerwehr“ gerecht werde.

Planung auf drei Ebenen

Wie bereits im Voraus klar war, werde der Neubau auf dem Gelände des bestehenden Feuerwehrgerätehauses in der Karbacher Straße Ecke Nordring entstehen. Die abfallende Geländetopographie habe die Planer zu einem dreigeschossigen Bau bewogen.

In Ebene Null werde sich der Kern des Baus befinden: die Fahrzeughallen mit insgesamt 14 Ausfahrten, sie sich auf zwei L-förmig angeordneten Gebäudeteile aufteilen. Die Ausrückerichtung werde sich dabei zum heutigen Stand drehen. Die Anfahrt der Einsatzkräfte im Alarmfall erfolge über eine Zufahrt von der Karbacher Straße. Die Alarmparkplätze sind auf dem neu zu schaffenden Alarm- und Übungshof geplant. Über den Alarmzugang in Ebene 0 haben die Einsatzkräfte Zugang zu den Spindräumen – welche aktuell entgegen geltender Bestimmungen in der Fahrzeughalle untergebracht sind. Auch werde man entsprechend geltender Regeln separate Wasch- und Duschbereiche für Feuerwehrfrauen und –männer schaffen, eine Grundanforderung in Sachen Einsatzhygiene, die im aktuellen Bau vollkommen fehle. Direkt von den Spindräumen erfolgt der Zugang zu den höchst-frequentierten Einsatzfahrzeugen des Lösch- und Rüstzuges.

Die Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge werde über eine Rampe auf den Nordring erfolgen, wo eine Ampelschaltung für Sicherheit im Alarmfall sorgen soll.

Ebenfalls in Ebene 0 werden Fahrzeugwerkstatt, Waschhalle, Schlauch- und Kleiderpflege sowie die Atemschutzwerkstatt untergebracht. Vom Funkraum aus werden die Führungskräfte einen Überblick über die Fahrzeughallen sowie den gesamten Feuerwehrhof haben und die Einsätze koordinieren können. Auf dem neuen Feuerwehrhof wird neben einer Tankstelle, Streusalzsilo und Lagerräumen ein Übungsturm untergebracht werden.
Auf Grund der topographischen Gegebenheiten bietet sich auf Höhe der Fahrzeughalle die Schaffung eines Zwischengeschosses – der sogenannten Ebene 1 – an. Dieses befinde sich auf dem Niveau des Nordrings. Auf der Seite der Karbacher Straße werde man den regulären Eingang zum Feuerwehrgerätehaus schaffen. In Ebene 1 sollen sich die Büros für Kommandanten und Vorstand, Kleiderkammer und Kleiderlager sowie verschiedene Technikräume befinden. Auch eine Lagergalerie, die von der Fahrzeughalle aus erreichbar ist zeigt die Planung.

In Ebene 2 schließlich befindet sich das zweite Herz des neuen Feuerwehrbaus: der moderne und multifunktionale Schulungsraum. Über flexible Trennwände ist dieser für Ausbildungszwecke und Sitzungen aber auch für Feierlichkeiten des Feuerwehrvereins konzipiert. Es werde aber auch die Möglichkeit geschaffen, den Raum als Lagezentrum im Großschadens- und Katastrophenfall zu nutzen.

Ebenfalls auf Ebene 2 sollen der Jugendfeuerwehrraum sowie ein Bereitschaftsraum mit Küche geschaffen werden. Eine Dachterrasse über der Fahrzeughalle ist in der Planung ebenso berücksichtigt wie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach über Ebene 2. Die verbleibende Dachfläche soll begrünt werden.

Separater Zugang für externe Nutzer

Um auch eine externe Nutzung des Schulungsraumes, beispielsweise für Erste-Hilfe-Kurse des Roten Kreuzes oder andere externe Veranstaltungen, nutzbar zu machen haben Andreas Wels und Christoph Schlemmer einen gesonderten Zugang für externe Nutzer vorgesehen. Behindertengerecht gelangt man, ohne die Räumlichkeiten der Feuerwehr durchqueren zu müssen, vom Zugang am Nordring über ein gesondertes Treppenhaus mit Aufzug ebenfalls in den Schulungsraum in Ebene 2.

Interimsmaßnahme ermöglicht Verkürzung der Bauzeit

Ein weiterer Fokus für die kplan AG sei die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Stützpunktfeuerwehr während der Bauzeit gewesen. Man habe hierfür eine Interimslösung nur 50 Meter von der zukünftigen Baustelle gefunden, die bereits mit den verantwortlichen auf Stadt- und Kreisebene abgestimmt sei.
Auf einer städtischen Freifläche neben der Tennishalle soll eine Zelt- und Containerlösung die Einsatzbereitschaft der Marktheidenfelder Feuerwehr sicherstellen. Man habe hierfür eine Warmhalle für die Löschfahrzeuge sowie eine Kalthalle für die restlichen Einsatzfahrzeuge vorgesehen, die zumindest den Verschluss der wertvollen Einsatzmittel ermögliche.

Die Zufahrt der Einsatzkräfte im Alarmfall werde über den Parkplatz der Tennishalle erfolgen, die Alarmausfahrt erfolge über eine Ampelschaltung auf die Karbacher Straße. Die Umkleiden und Büros werden ebenfalls in Containern untergebracht. Für einen annehmbaren Schallschutz in Richtung des angrenzenden Wohnhauses würden die Container der Kalt- und Warmhallen sorgen.

Die Planer sehen diese Minimallösung als Best-Case-Lösung für die Bauphase, welche einen 100%igen Auszug der Feuerwehr aus dem zukünftigen Baugelände ermöglichen werde. Indem man die Einsatzbereitschaft nicht auf dem aktuellen Geländer sicherstellen müsse, verkürze sich die Bauzeit von drei auf zwei Jahre. Die Kosten für Interimslösung schlagen mit rund 575.000 Euro in den Gesamtkosten zu Buche.

Ziel: Baugenehmigung Mitte 2017

Nachdem der Stadtrat dem vorgestellten Konzept zugestimmt hat, wird das Planungsteam nun in die nächste Planungsphase gehen. Ziel sei, die Baugenehmigung bis Mitte des Jahres zu erwirken. Ab Erteilung der Baugenehmigung rechnet die kplan AG mit einer Bauzeit von zwei Jahren. Damit hofft die Feuerwehr Marktheidenfeld Mitte 2019 endlich wieder ein anforderungsgerechtes Feuerwehrgerätehaus beziehen zu können.
Großer Dank wurde vom Stadtrat nicht nur den professionellen Planern ausgesprochen, sondern auch dem ehrenamtlichen Projektteam aus dem Führungskreis der Feuerwehr unter der Leitung des Kommandanten Michael Rohm. Sie hätten in unzähligen Sitzungen und Planungstreffen den Grundstein für die Planung der kplan AG gelegt.

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