Gemeinsames Ausbildungswochenende – die zweite

Von |2017-06-04T18:58:09+00:0015.04.2013 | 18:34|

Was 2012 erfolgreich begann, konnte letztes Wochenende weitergeführt werden

Wie im letzten Jahr widmeten sich auch 2013 die Freiwillige Feuerwehr Marktheidenfeld gemeinsam mit der Stadtteilfeuerwehr aus Zimmern dem Thema Ölwehr in einem 2-tägigen Ausbildungswochenende. Zusätzliche Unterstützung erhielten sie von der Freiwilligen Feuerwehr Gemünden, welche gemäß Alarmplan auf der Bundeswasserstraße Main mit ihrem Boot ebenfalls zum Einsatz kommt.

Als Lebensmittel Nr. 1 ist Wasser besonders gefährdet und schützenswert. Das Hauptaufgabengebiet bzw. Gefahrenpotenzial bieten im Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Marktheidenfeld der Main. Auf 85 Flusskilometer von Himmelstadt bis Faulbach aber auch auf Seen oder kleineren Flüssen können Einsätze der Ölwehr erforderlich sein.

Nicht nur der zur Fortbewegung selbst mitgeführte Treibstoff birgt eine Gefahr für Mensch und Umwelt, ein Gütertankschiff, welches auch auf dem Main verkehrt, kann eine Kapazität von 100 LKW Ladungen mit sich führen. Tritt ein solcher oder ähnlicher Stoff aus ist eine Ausbreitung und Verseuchung möglichst gering zu halten. Längs über den Main schwimmt als ersten Schritt das Mehrzweckboot die sog. Ölsperre ein. Um diesen Vorgang erfolgreich durchführen zu können, benötigen die Feuerwehren ein zweites Boot. Dieses kommt im Fall Main-Spessart von der Feuerwehr Gemünden. Jetzt wird die Sperre am gegenüberliegenden Ufer befestigt. An der Ölsperre schwimmt nun der ausgelaufene Stoff an das Ufer. Damit das Ufer nicht durch den herbeigeleiteten Gefahrstoff dekontaminiert wird, bringen die Einsatzkräfte einen Uferschutz ebenfalls mit Hilfe einer Ölsperre an. Aus diesem nun gebildeten Ölsperrendreieck wird das Ölwasser-Gemisch mittels spezieller Pumpen, die ein emulgieren (vermischen) des selbigen verhindern sollen, in einen Auffangbehälter geleitet. Hier treibt das Öl nach einer Beruhigungsphase an der Wasseroberfläche und kann abgeschöpft und entsorgt werden. Eine weitere Pumpe leitet das abgesetzte Wasser vom Boden des Behälters über einen Kaskadenseparator in das Gewässer vor die Ölsperre zurück. Dieser Vorgang wiederholt sich solange bis im Kaskadenseparator kein umweltgefährdeter Stoff mehr ankommt. Mit der Mopmatic-Wringer Kompakteinheit, welche den Schluss bildet, können Ölschlieren aufgenommen werden, welche die Ölsperre unterwandern, also weiter flussabwärts fließen. 

Ein solches Szenario benötigt natürlich Zeit und bringt auch die Sperrung der Schifffahrt mit sich.
Am Ende eines solchen Einsatzes löst die Feuerwehr die Ölsperre am gegenüberliegenden Ufer. Mit Hilfe der Strömung treibt nun die Sperre an das Ufer und kann entnommen werden.

Natürlich erfordert nicht jeder Einsatz das gesamte Einsatzspektrum der Ölwehrkomponente. Auf den richtigen Einsatz der richtigen Mittel an der richtigen Stelle wurde ausführlich eingegangen.

Legte die Feuerwehr im vorigen Jahr den Schwerpunkt auf die Aufnahme des Gefahrstoffes sowie die Errichtung eines Entsorgungsplatzes, widmeten sie sich am vergangenen Wochenende verstärkt dem Thema Ölsperre. Bei einer theoretischen Unterweisung am Freitagabend konnten die Kameraden ihren Ausbildungsstand erneuern, auffrischen und neues dazulernen.

Am Samstag nutzten die drei Feuerwehren die Sperrung des Mains um die Theorie des Vortages in die Praxis umzusetzen. Entlang des Einsatzgebietes an der Bundeswasserstraße Main sind spezielle Plätze vorgesehen, an denen die Einbringung einer Ölsperre am effektivsten ist. Auf Datenblättern können die Wehrleute die benötigte Länge der Ölsperre und Uferschutz,  mögliche Slipstellen für Ihre Boote und vieles mehr entnehmen. Auch ein geeigneter Platz zur Aufnahme und Entsorgung des Gefahrenstoffes muss vorhanden sein. Mit dem Datenblatt Nr. 12 fiel die Wahl direkt vor die Haustüre Marktheidenfelds an den Mainkai. Hier erkannten die Übungsteilnehmer schnell, die Strömungsverhältnisse, der Wind und viele Komponenten mehr spielen beim Einschwimmen der Ölsperre mit und erfordern viel Übung und Ausdauer.
Die Ölwehrkomponente, welche auf den beiden Wechselcontainern „Ölsperre“ und „Entsorgung“ verlastet ist, bringt eines im Jahr 2004 beschafftes Wechselladerfahrzeug zum Einsatz. Darüber hinaus sieht das Ausrückekonzept den Rüstwagen mit Zusatzbeladung Ölwehr, ein Löschgruppenfahrzeug sowie den P250 zur Brandabsicherung und das Mehrzweckboot vor. Vervollständigt durch das Einsatzleitfahrzeug und ggf. nach Bedarf dem Gerätewagen Licht.

Die verantwortlichen der drei Wehren waren sich einig, dass die gemeinsame Ausbildung „Ölwehr“ auch über das zweite Jahr hinaus weitergeführt werden sollte, um hier im Ernstfall schnell und gezielt Hilfe leisten zu können.

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