Gebührender Abschied: Übungsmarathon in Marktheidenfelder Feuerwehrhaus

2018-11-09T11:57:48+00:00

In seiner 45-jähren Geschichte gab es wohl kaum Zeiten, in denen es mehr Besucher empfangen durft. Ganz sicher wurde es jedoch niemals dermaßen beansprucht, demoliert und sogar durchlöchert wie in den vergangenen zwei Wochen: das ausgediente Marktheidenfelder Feuerwehrhaus.

Kaum eine Hilfsorganisation lies sich die Chance entgehen, unter sonst kaum darstellbaren, realistischen Bedingungen zu üben. Den Anfang hatten die Bereitschaftpolizei sowie die Ortsverbände Marktheidenfeld und Karlstadt des Technischen Hilfswerks bereits kurz nach dem Auszug der Einsatzabteilung gemacht und das just verlassene Gebäude für Einsatzausbildungen in ihren Spezialgebieten genutzt.

In der vergangenen Woche fand nun ein echter Übungsmarathon der Feuerwehren der Stadt Marktheidenfeld sowie der Nachbargemeinden statt. Dabei nutzte auch die Erste Bürgermeistering Helga Schmidt-Neder gleich mehrfach die Gelegenheit, sich einen Eindruck vom Ausbildungsstand Ihrer Feuerwehren zu machen.

Während der Fachbereich Absturzsicherung der Feuerwehren Marienbrunn und Marktheidenfeld in der vergangenen Woche den Schlauchturm zur Rettung von abgestürzten Personen nutzte, wurden am gleichen Tag die Möglichkeiten zur Rettung von Personen aus verschlossenen Wohnungen geübt. Dabei konnten die Einsatzkräfte auch Vorgehensweisen üben, die wegen der verursachten Schäden sonst schlicht jedes Ausbildungsbudget sprengen würden.

Nachdem am Sonntag auch die Marktheidenfelder Jugendfeuerwehr ein letztes Mal im ausgedienten Gerätehaus geübt hatte, stellte das erste Highlight am Montagabend eine Gemeinschaftsübung von Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz sowie der Feuerwehr Marktheidenfeld dar. Angenommen wurde dabei eine Explosion mit anschließendem Feuer in einem Mehrfamilienhaus. Während das THW den vermeintlich explodierten Pkw aus dem Eingangsbereich des Gebäudes räumte, waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit der Rettung zahlreicher Personen aus dem verrauchten Gebäude beschäftigt. Die Helfer des Roten Kreuzes hatten gleichzeitig alle Hände voll zu tun, die – zuvor entsprechend geschminkten – Verletzten professionell zu versorgen und abzutransportieren. Auch für die Einsatzverpflegung sorgte an diesem Abend das BRK Kreuzwertheim.

An den darauffolgenden Abenden fand schließlich eine Heißausbildung von Atemschutzgeräteträgern statt. Das Abrissgebäude bot dabei die perfekte Kulisse zum Trainieren von Kellerbränden. Dabei wurde in den – aus Stahlbeton bestehenden – Kellerräumen bzw. ehemaligen Fahrzeuggaragen unter Realbedingungen die Suche von vermissten Personen sowie die Brandbekämpfung unter schwersten Bedingungen geübt.

Die wenigsten Einsatzkräfte hatten zuvor die Gelegenheit gehabt im echten, praktisch undurchdringbaren Rauch und bei großer Hitze die Rettung von Menschen zu proben. Eine Erfahrung die zukünftig vielleicht sogar Menschenleben retten kann. Stets begleitet wurden die Atemschutztrupps dabei vom Marktheidenfelder Kommandanten und seinem Team, die beim Vorgehen der Einsatzkräfte zum einen mit Rat und Tat zur Seite standen – aber auch im Zwiefel jederzeit hätten eingreifen können.

Die „brandheiße“ Gelegenheit nutzen dabei nicht nur die Marktheidenfelder Kernstadt- und Stadtteilfeuerwehren, sondern auch zahlreiche Nachbarfeuerwehren. So waren auch die Feuerwehr Tiefenthal und Kreuzwertheim mit zahlreichen Atemschutzträgern in die Karbacher Straße 21 gekommen. Den Abschluss des Übungsmarathons soll am Sonntag schließlich die Rettungshundestaffel des ASB machen.

Das ausgediente Feuerwehrdomizil hat dann endgültig seinen letzten Dienst für die Feuerwehren und Hilfsorganisationen in und um Marktheidenfeld getan. Der letzte Akt beginnt, wenn ab Montag der Abriss den Weg für das neue Feuerwehrgerätehaus frei machen soll.

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