Der Landkreis Main-Spessart ist von heftigem Starkregen und Orkanböen betroffen. Marktheidenfeld und die umliegenden Gemeinden sind seit Stunden ohne Strom. Durch umgestürzte Bäume in Bischbrunn sind mehrere Menschen verletzt worden. Die Produktionshallen in den großen Firmen in Altfeld stehen unter Wasser. Zudem hat sich auf der A3 gerade ein schwerer Verkehrsunfall ereignet.

Diesem erschreckenden Szenario mussten sich am vergangenen Samstag etwa 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr, dem Bayerischen Roten Kreuz und des Technischen Hilfswerk stellen. Zum Glück nicht in der Realität, sondern in einem Planspiel. Dabei wird der Fokus der Übung nicht auf die praktische Umsetzung, sondern auf die Einsatzführung und die Zusammenarbeit der Führungsunterstützungen der einzelnen Hilfsorganisationen gelegt.

Wird im Landkreis Main-Spessart der Katastrophenfall festgestellt, besetzt das Landratsamt eine Führungsgruppe im Katastrophenfall (FüGK) und setzt einen vorbestimmten örtlichen Einsatzleiter ein. An der Einsatzstelle koordiniert der örtliche Einsatzleiter zusammen mit dem Stab die Kräfte und arbeitet die einzelnen Unglücksstellen ab. Der Stab setzt sich unter anderem aus Beratern aus allen Organisationen wie dem THW, der Feuerwehr, dem Rettungsdienst sowie je nach Szenario weiteren Einheiten wie etwa der Bundeswehr, zusammen. Zur Unterstützung wie der Erstellung von Lagekarten oder Funkabwicklung gibt es bei allen Organisationen eigene Unterstützungsgruppen. Für den örtlichen Einsatzleiter besteht diese Einheit aus Mitgliedern verschiedener Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis, sowie einigen Kräften des THW. Deren Kommunikationspartner vor Ort sind dann die jeweiligen Unterstützungsgruppen der Sanitätseinsatzleitung, die Einsatzleitung der Feuerwehr und der THW-Führungsstelle.

Im Falle der Übung bauten also die Einsatzorganisationen ihre jeweiligen Führungsstellen im Hof des Technischen Hilfswerk in Hafenlohr auf. Geplant und durchgeführt wurden die Szenerien von der Kreisbrandmeisterin Anna Diener, Mirko Diener von der Informations-und-Kommunikationsabteilung des BRK sowie Lukas Sojka von der Fachgruppe Führung/Kommunikation des THW.

Um die Szenarien so realistisch wie möglich zu gestalten, wurden den von der Übungsleitung Einsatzkräften Lagemeldungen und Funksprüche eingespielt. Trotz zum Teil unterschiedlicher Strukturen und Führungsausstattung gelang es den Übenden, die fiktiven Einsätze zu bewerkstelligen. Den Einheitsführern und deren Mitarbeitern verlangte die Übung einiges an Konzentration, Entschlussfähigkeit und taktischer Überlegung ab.

Ziel der Übung war ganz klar, die Zusammenarbeit der einzelnen Hilfsorganisationen zu trainieren und zu stärken, sich besser kennen und voneinander zu lernen und sich auszutauschen. Die Übung zeigte jedoch auch auf, das die einzelnen Führungsgruppen ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen müssen. Anwesend und sehr interessiert war auch die Sachgebietsleiterin für den Katastrophenschutz im Landratsamt Main-Spessart, Frau Merklein. Sie dankte den Kräften, die ihre Freizeit opfern, um sich für den Ernstfall vorzubereiten.

Pressebericht: THW Marktheidenfeld