Discofieber 2017 – Rettungskräfte zu Gast in der Mittelschule

„Achtung! Achtung! Einsatz für die Feuerwehr Marktheidenfeld! Schwerer Verkehrsunfall – mehrere Personen eingeklemmt!“ Bernhard Nees, seines Zeichens stellvertretender Kommandant der Marktheidenfelder Freiwilligen Feuerwehr, schildert genau wie er und seine Familie am Samstagabend von der Alarmmeldung der Leitstelle Würzburg aus dem Alltag gerissen werden.

Es war ein richtig schöner Abend. Bis jetzt. Saß er gerade noch gemütlich und gut gelaunt mit seiner Familie beim Abendessen, so ist er  nur wenige Sekunden später auf dem Weg zum Feuerwehrgerätehaus. Von dort aus geht es mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Unfallstelle. Die Anspannung steigt. An der Einsatzstelle funktioniert man einfach. Es ist natürlich nicht der erste schwere Verkehrsunfall den er zu bewältigen hat – immerhin hat er schon jahrelange Erfahrung und ist als freiwilliger Feuerwehrmann für solche Fälle sehr gut ausgebildet. Doch als er an der Unfallstelle die Schreie der Verletzten hört und die junge Beifahrerin schwer verletzt im Unfallfahrzeug vorfindet, muss er doch ganz schön schlucken.

Und natürlich geht es nicht nur ihm so, sondern auch seinen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr, den Einsatzkräften des Rettungsdienstes und der Polizei. Ganz zu schweigen von den Ersthelfern, die Zeugen des Unfalls werden mussten.

Stellvertretend treten auch Alexander Vornwald, Leiter der BRK Bereitschaft Marktheidenfeld und Helmut Freudenberger von der Polizeiinspektion Marktheidenfeld ans Rednerpult und erzählen von schlimmen Erlebnissen. Dazwischen immer wieder kurze Videoeinblendungen von Unfallwracks und traurigen Schlagzeilen. Während des gesamten Vortrags herrscht absolute Stille. Man könnte glatt vergessen, dass fast 200 Schülerinnen und Schüler bei der Veranstaltung in der Aula der Marktheidenfelder Mittelschule dabei sind.

Ganz bewusst zielen die Veranstalter der Aktion „Discofieber“ auf die emotionale Ebene der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab. Sie wollen bewirken, dass sich die Schülerinnen und Schüler der neunten bzw. elften Klassen mit den Konsequenzen von Alkohol am Steuer, zu hoher Geschwindigkeit und dem Übermut mancher Fahranfängern beschäftigen. Angesprochen werden sollen dabei nicht nur die jungen Fahrer. Besonders die Mitfahrer sollen sensibilisiert werden und so vermeiden, dass sich Freunde betrunken oder übermüdet ans Steuer setzten oder aber mit gefährlichen Manövern Leben und Gesundheit aufs Spiel setzten.

Deutlich lebhafter wird die Stimmung dann jedoch beim zweiten Teil der Aktion: der Rettungsübung von Feuerwehr und Rettungsdienst. Mitten auf dem Pausenhof haben die Rettungskräfte mit Hilfe eines Schrottfahrzeuges einen Verkehrsunfall nachgestellt. Während zwei Schülerinnen die Übung aus dem Fahrzeuginneren als Laiendarsteller hautnah erleben dürfen, verfolgen alle anderen Schüler gebannt, wie ein weiterer Schüler per Handy den Notruf absetzt.  Und nur kurze Zeit später schrillen auch schon die Funkmeldeempfänger von Feuerwehr und Rotem Kreuz. Nur wenige Minuten später rollen die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst mit Blaulicht und Martinshorn auf den Pausenhof zu.

Aus nächster Nähe erleben die Teilnehmer jetzt, wie ihre Mitschüler von Sanitätern versorgt werden und die Feuerwehr schweres Gerät zur Befreiung ihrer Mitschülerinnen vorbereiteten. Erst nachdem Türen und Dach entfernt waren, kann auch das letzte „Unfallopfer“ aus dem Fahrzeug befreit werden. Bis dahin ist mehr als eine halbe Stunde vergangen.

Bereits zum vierten Mal fand die Aktion „Discofieber“ in der Mittelschule statt. In diesem Jahr erstmals auch mit Beteiligung des benachbarten Balthasar-Neumann-Gymnasiums. Ursprünglich initiiert durch das Bayrische Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung, hat sich die Aktion mittlerweile fest im Lehrplan der Mittelschule etabliert und wird in jedem Jahr durch die freiwilligen Helfer der Feuerwehr Marktheidenfeld und der Bereitschaft des Bayrischen Roten Kreuzes Marktheidenfeld sowie durch die Polizeiinspektion Marktheidenfeld durchgeführt.

 

Von | 2017-07-15T17:35:53+00:00 Juli 14th, 2017|Einsatzabteilung, Jugendarbeit|