Bei der Marktheidenfelder Feuerwehr läuft’s!

Von | 2018-01-29T13:47:19+00:00 28.01.2018 | 20:42|

„Bei der Marktheidenfelder Feuerwehr läuft’s!“ Mit diesen Worten der stellvertretenden Landrätin Sabine Sitter könnte man den 151-ten Jahrtag der Marktheidenfelder Stützpunktfeuerwehr durchaus zusammenfassen. Denn tatsächlich ist im vergangenen Jahr in der Stützpunktfeuerwehr viel gelaufen: vieles davon routiniert oder teils seit langem geplant, so manches brach im vergangenen Jahr jedoch auch eher unerwartet über die Ehrenamtler herein.

Vereinsvorsitzender Christian Naun konnte neben den eigenen aktiven und passiven Mitgliedern zahlreiche Vertreter aus Politik, Feuerwehrführung sowie der befreundeten Hilfsorganisationen sowie der Stadtteilfeuerwehren zum traditionellen Jahrtag begrüßen. Zuvor war man bereits früh am Morgen zum Gottesdienst in die St. Laurentius Kirche gezogen und durfte anschließend den Segen für den neu beschafften Gerätewagen Logistik in Empfang nehmen.

Marktheidenfeld investiert in Feuerwehrtechnik

Als stellvertretender Bürgermeister konnte Manfred Stamm anschließend auch offiziell die Schlüssel des Nachschubfahrzeuges an die Feuerwehr Marktheidenfeld übergeben. Das Fahrzeug sei ein Fahrzeug der zweiten Welle, mit der zukünftig einfach und schnell Material an und von der Einsatzstelle transportiert werden könne. Besonders wichtig sei dabei die Ladebordwand, die zukünftig den Materialtransport, beispielsweise von Sandsäcken im Rahmen von Hochwassereinsätzen, deutlich erleichtern soll. Man habe dabei bewusst ein kleineres Fahrzeug beschafft, welches auch mit dem Feuerwehrführerschein gefahren werden dürfe. Mit einer Beschaffungssumme von knapp 138.000 Euro, davon 33.000 Euro Fördersumme, sei man nicht nur einem „berechtigt langersehnten Fahrzeugwunsch“ der Feuerwehr Marktheidenfeld nachgekommen, die Stadt Marktheidenfeld übernehme damit auch Verantwortung für die Umlandgemeinden, so Stamm.

Auch in Sachen Feuerwehrgerätehaus konnte Stamm gute Neuigkeiten verkünden. Denn während in der letzten Stadtratssitzung die Vergabe der Interimslösung beschlossen worden war, wolle man bereits in der nächsten Sitzung mit der Vergabe der Abrissarbeiten endgültig den Neubau einleiten. Dass dieser Schritt dringend nötig sei, machten alle Redner klar. Denn der bauliche Zustand der aktuellen Feuerwache sei mittlerweile tatsächlich nicht mehr tragbar. Die viel diskutierten gestiegenen Kosten für die Interimslösung lägen dabei keineswegs im Einflussbereich der Feuerwehr, wie ebenfalls klargestellt wurde.

Vereinsvorsitzender Naun konnte ebenso auf ein bewegtes Jahr, das 150-ste Jubiläumsjahr, zurückblicken. Neben den üblichen Veranstaltungen des Feuerwehrvereines waren die Ausstellung „Feuerwehr heute und damals“ sowie der Kommersabend in der Realschulaula die Highlights aus 2017. Aber auch der Tag der offenen Tore wird wohl länger in Erinnerung bleiben: zum einen habe man einen noch nie erlebten Besucheransturm bewältigen dürfen, zum anderen habe die historische Schauübung der älteren Feuerwehrgeneration für einen unvergesslichen Tag gesorgt. Auch Naun stellte dabei nochmals klar, dass der Feuerwehrverein fest darauf baue, im aktuellen Feuerwehrbau keinen weiteren Tag der offenen Tore mehr ausrichten zu können und zu müssen.

2017 hat Spuren hinterlassen

Auch beim gerade erst neu gewählten Kommandanten Bernhard Nees „hat 2017 Spuren hinterlassen“. Noch vor einem halben Jahr habe er nicht daran gedacht, heute als Kommandant beim Jahrtag zu stehen. Doch die Ereignisse rund um den Posten des Kreisbrandinspektors hatten Neuwahlen erforderlich gemacht. Sowohl Bernhard Nees als auch sein Vorgänger und neuer Kreisbrandinspektor Michael Rohm blickten sehr zuversichtlich auf die zukünftige und von jetzt an neue Art der Zusammenarbeit. Rohm blickte noch einmal dankbar auf seine Zeit in der Feuerwehrführung zurück: er sei immer stolz gewesen, Kommandant der Feuerwehr Marktheidenfeld zu sein. Weniger erfreut zeigten sich die Redner über den doch sehr langen Entscheidungsprozess rund um die KBI-Nachfolge. Die lange Unsicherheit habe die Arbeit und viele anstehenden Entscheidungen enorm gelähmt. Auch die Entscheidung das zentrale Fahrzeug zur technischen Hilfeleistung schon vor der Auslieferung des Ersatzfahrzeuges abgeben zu müssen, konnten die Redner nicht nachvollziehen. Und so wurden auch einige Themen kritisch angesprochen.

Neben den großen Projekten der Feuerwehr Marktheidenfeld, von der Ersatzbeschaffung des Rüstwagens, eines „grünen“ Elektrofahrzeuges für die Arbeit des hauptamtlichen Gerätewartes sowie des Gerätewagen Logistiks, dem 150-jährigen Jubiläum sowie den meist unsichtbaren Arbeiten zum Feuerwehrneubau wies Nees jedoch auch auf das eigentliche „Kerngeschäft“ seiner Feuerwehr hin.

Mit 246 Einsätzen habe man einen enormen Einsatzzuwachs erlebt, wobei die „Intensität der Einsätze“ eher nachgelassen habe. Von den 72 Brandeinsätzen stellten sich 38 als Fehlalarme heraus, von den 102 Einsätzen zur Technischen Hilfeleistung schlugen fünf Fehlalarme zu Buche, 19 Alarme automatischer Brandmeldeanlagen sowie 19 „irrtümlich gemeldete“ Einsätze waren abzuarbeiten. Während angekündigter Reisigfeuer zwischen Marktheidenfeld und Karbach habe man alleine acht Mal zu vermeintlichen Waldbränden ausrücken müssen. In 2017 habe man laut Statistik 17 Menschen gerettet, in drei Fällen kam leider jede Hilfe zu spät. Mit weiteren 16 Sicherheitswachen und 56 „sonstigen Einsätzen“ hätten die ausschließlich freiwilligen Helfer insgesamt 2.875 Einsatzstunden erbracht.

Besonderen Wert werde Nees als neuer Federführender Kommandant der sieben Marktheidenfelder Feuerwehren auf das Thema Ausbildung – sowohl innerhalb der Feuerwehr aber im Rahmen der Brandschutzerziehung und -aufklärung auch nach außen – sowie eine enge Zusammenarbeit der Feuerwehren legen. Aber auch die Zukunft des bisher an die Feuerwehr Marktheidenfeld angegliederten AC-Zuges läge ihm am Herzen. Ausdrücklich bedankte er sich dabei für die geleistete Arbeit des zurückgetretenen Zugführers der Katastrophenschutzeinheit, Rainer Lang.

Verstärkung nicht nur aus der Jugendfeuerwehr

Über zwei Neuaufnahmen in seinen Reihen konnte sich Jugendwart Julian Hanakam freuen. Gleichzeitig freute sich die Einsatzabteilung über zwei Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr. Neben Ludwig Schmitt und Marcel Hanakam konnten jedoch mit Steffen Martin und Sebastian Koller auch von außerhalb der eigenen Reihen zwei neue aktive Einsatzkräfte gewonnen werden. Ein Trend, den man mit verschiedenen Aktionen fortsetzen und ausbauen will.

Zu guter Letzt konnten sowohl der Feuerwehrverein als auch die aktive Feuerwehr gleich mehrere Beförderungen auf Grund absolvierter Lehrgänge sowie Ehrungen für langjährige Dienste in der Feuerwehr Marktheidenfeld aussprechen.

Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr und Beförderung zum Feuerwehrmann:

  • Ludwig Schmitt
  • Marcel Hanakam

Neuaufnahmen:

  • Steffen Martin (Doppelmitglieder der Feuerwehr Trennfeld)
  • Sebastian Koller (zuvor in der Feuerwehr Rauenberg aktiv)

Beförderungen:

  • Markus Saller (Löschmeister nach absolviertem Gruppenführerlehrgang)
  • Johannes Naun (Brandmeister nach absolviertem Zugführerlehrgang)

Ehrungen für langjährigen aktiven Dienst:

  • 10 Jahre: Stefan Ebert, Eva Albert (zuvor in der Feuerwehr Karbach aktiv)
  • 25 Jahre: Kai-Uwe Brune, Thorsten Evers
  • 30 Jahre: Bernhard Nees

Ehrungen für langjährige Vereinsmitgliedschaft:

  • 30 Jahre: Christian Kuhn, Norbert Hoh
  • Ernennung zu Ehrenmitgliedern: Martin Richard, Dieter Schumann