Jahresabschlussübung der Marktheidenfelder Freiwilligen Feuerwehren

Es ist Sonntag und wenige Minuten nach 13 Uhr. Die Alarmmeldung über Funk ist zunächst unspektakulär und gehört zum Einsatzalltag vor allem der Altfelder und Marktheidenfelder Florianjünger: „Achtung! Achtung! Einsatz für die Feuerwehr Marktheidenfeld! Brandmeldealarm Druckhaus Mainfranken!“

Sonntagmittag, nicht unbedingt die typische Zeit für einen Feueralarm in einem Industriebetrieb. Doch heute soll alles anders sein, denn im Druckhaus Mainfranken auf dem Marktheidenfelder Dillberg herrscht reger Betrieb. Allerdings nicht in den Produktionshallen, dort stehen die Maschinen still. Hochleistungen erbringt dagegen die Nebelmaschine im Umkleidetrakt des Industriebaus.

Kein normaler Brandmeldealarm

Zunächst läuft alles wie gewohnt: der Einsatzleitwagen ist nach wenigen Minuten vor Ort und stoppt am Feuerwehrschlüsseldepot, um sich Zugang zum Objekt verschaffen zu können. Ein unscheinbarer Zettel macht dem Einsatzleiter klar: bei dieser Übung wird kein Fehlalarm geprobt: das Bild zeigt dicke Rauchschwaden hinter der Halle aufsteigen. Bestätigtes Feuer in einem Industriebetrieb lautet die erste Lagemeldung: die Übungsleitstelle erhöht das Stichwort und löst Alarm für die Feuerwehren Altfeld und Glasofen aus. Am Feuerwehr-Informations-Zentrum der Brandmeldeanlage wird die Lage noch klarer: insgesamt zehn Rauchmelder sowie ein Handdruckmelder haben Alarm ausgelöst – es sind also gleich mehrere Räume betroffen – ein Fehlalarm wäre auch im Ernstfall jetzt sehr unwahrscheinlich.

Als die ersten Einsatzkräfte um die Ecke in den Hinterhof des Geländes einbiegen wird das gesamte Ausmaß der Lage deutlich: Bei Schweißarbeiten war es im Bereich eines Ausgangs zu einer Explosion und einem Folgebrand gekommen. Ein Arbeiter ist unter einem umgefallenen Container eingeklemmt. Insgesamt vier Angestellte stehen auf dem Dach und an einem Fenster im Obergeschoss und schreien um Hilfe. Sie vermissen eine weitere Kollegin. Aus Fenster und Türen dringt dichter Rauch. Dass noch zwei weitere Personen vermisst werden wird erst klar, als ein Brandschutzhelfer des Druckhauses Mainfranken eine Übersicht der angemeldeten Sonntagsarbeiter liefern kann.

Alle Marktheidenfelder Feuerwehren im Einsatz

Nun gilt es für die ersten Einsatzkräfte Prioritäten zu setzten: Die beiden Personen werden aus ihrem Büro über eine tragbare Steckleiter gerettet, während nebenan die Marktheidenfelder Drehleiter in Stellung gebracht wird. Sie rettet die beiden Personen vom Dach. Parallel geht ein Trupp unter schwerem Atemschutz ins Gebäude vor, um die vermissten Personen zu suchen und zu retten. Als die Einsatzkräfte die Eingangstüre öffnen liegt die Sicht tatsächlich bei Null – die Nebelmaschine hat ganze Arbeit geleistet. Insgesamt werden am Ende fünf Trupps, also zehn Atemschutzgeräteträger verschiedener Marktheidenfelder Feuerwehren, das Gebäude abgesucht und die drei Vermissten gerettet haben.

Unterdessen muss der einsatzleitende Zugführer die anrückenden Einsatzkräfte einteilen und bildet verschiedene Einsatzabschnitte: Das Altfelder Löschgruppenfahrzeug übernimmt mit Hebekissen die technische Rettung der eingeklemmten Person während die Feuerwehren Glasofen, Marienbrunn, Michelrieth und Oberwittbach für die Wasserförderung aus der Löschwasserzisterne des Industriegebietes zuständig sind. Nur so kann der Wasserbedarf für den Außenangriff von der Drehleiter sowie die Riegelstellung überhaupt gedeckt werden.

Positive Resonanz

Nach etwa 1 ½ Stunden ist schließlich Übungsende für die rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren Marktheidenfeld. Wesentlich länger wird es dauern, bis die Übungsleiter sowie die Angestellten von Flyeralarm die Räumlichkeiten wieder alltagstauglich aufgeräumt haben. Die Resonanz auf die Übung ist durchweg positiv: vor allem das Ordnen der vorgefundenen chaotischen Einsatzlage war eine nicht alltägliche Herausforderung. Das Zusammenspiel der Wehren habe gut funktioniert und sowohl die Übungsleitung als auch der Brandschutzbeauftragte der Firma Flyeralarm zeigen sich zufrieden. Die Übungsleitung konnte außerdem einige Schwachstellen im Verlauf der Übung erkennen, aus denen man wieder etwas lernen könne. Genau das sei schließlich das Hauptziel einer solchen Übung wie die Übungsleiter hervorheben.

Zu guter Letzt kommt auch die Verpflegung nicht zu kurz: die Feuerwehr Marktheidenfeld lädt im Anschluss an die Übung in die Florianstube der Feuerwache ein.

 

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